Joie de Vivre

 

Ausstellung/ exhibition: June 22nd onward in cafe-nepomuk.de, Reutlingen, Germany

Woher diese Bilder kommen, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass ich sie malen muss. Manchmal ist das Malen von ihnen wie ein Art Katharsis. Sie wirken glücklich und hell und farbenfroh. Manchmal lebe ich beim Malen einen Aspekt meines Lebens wieder durch. Es heißt, wenn man älter wird, kehrt einem das Langzeitgedächtnis zurück, vielleicht ist es ja das? Aber manchmal sind diese Bilder auch vom ‚Jetzt. Aber dann  geht ja auch das Jetzt in die Vergangenheit hinüber.

Vielleicht hat mich ja dies geprägt: der größte Teil meines Lebens lebte ich im mystischen, schönen und melancholischen Irland. Es ruft mich noch immer zurück. Und obwohl ich von deutscher Kultur, Gene und Abstammung bin, ist meine Muttersprache Englisch geworden. Das Englisch von Irland, wo die eigentliche englische Sprache nur eine dünne Schicht ist, das ÜBER der alten irisch-gälischen Sprache liegt, denn die Iren drücken sich ganz anders aus. Dann die Herzlichkeit des Willkommens das Irland ist, es heißt ja ‚Ireland of the Thousand Welcomes’, das ja so sehr dem Schwaben ähnelt. Aufmerksam, vorsichtig, interessiert und freundlich und auch stolz. Es ist eine Ähnlichkeit, die mir sehr gefällt und mit der ich mich aus beiden Kulturen identifizieren kann. Manchmal ist der Witz eines Schwaben und der Witz der Iren sehr ähnlich. Ich liebe das.

Vielleicht werden meine visuellen Elemente teilweise durch die allererste Ausstellung an die ich mich erinnere, beeinflusst. Diese Ausstellung handelte sich um Illuminierte Manuskripten der keltischen Mönche. Ausgestellt wurden  ‘The Book of Durrow’ und ‘The Book of Kells’ in Dublin, 1981. Diese Ausstellung hinterließ in mir tiefe Bilder, von Gold und Silber und Bronze und Edelsteinen. Christlich und doch Heidnisch und auch Archetypisch. Eigentlich könnte ja fast jeder Auszug von fast jeder Religion sein. Historisch gesehen, seit Jahrzehnten sammeln wir ja schon lange allerlei Elemente von überall her. Wir Menschen, was uns gefällt, wollen wir eben gerne haben. In diesen illustrierten Manuskripten zelebrierten und verehrten die Mönchkünstler, und gaben somit ihr Leben als Hingabe an das Göttlich Geistige. Wir sind dennoch heute genau noch so wie damals. Eben Menschen, die nach einer oder der göttlichen Verbindung suchen, in welcher Form auch immer wir glauben, glauben wollen oder tatsächlich verbunden sind. Und vielleicht suchen wir diese Verbindung, eben weil wir Menschen sind. Vielleicht wenn wir ein anderes Wesen währen, sowie ein Tier, hätten wir dieses Bedürfnis gar nicht. Vielleicht müssten wir als Tier nie diese Fragen stellen. Vielleicht würden wir als Tier einfach verstehen und verbunden sein.

Wäre das nicht super? Das wäre doch einfach toll! Vielleicht würden wir dann die Fülle und Vollständigkeit tatsächlich verstehen mit der wir leben, vielleicht würden wir dann die Schönheit um uns herum richtig sehen und verstehen, vielleicht müssten wir dann nicht um Frieden und Verständnis kämpfen. Weil wir das ja alles schon wären und es nicht uns nicht nur wünschten!

Dazu gibt noch einen triftiger Grund warum die Tiere in meinen Bildern wichtig sind; meine Großeltern mit einem Teil des Familienanhang wanderten anfang der 60er Jahren aus Nürtingen nach Irland aus. Sie gründeten unter anderem dort eine Falknerei  und ich wurde schon als dreijährige aktiv ermutigt und involviert. Ich trug und fütterte bereits in diesen sehr jungen Jahren mein eigenes Turmfälkchen. Schon da lernte ich, wilde Tiere in der Gefangenschaft zu beobachten und näher zu kommen, während sie auf meinem Arm saßen und ich sie fütterte. Ich erinnere mich an die Krähen, die nachts hereinflogen, um in den Bäumen, die die Falknerei umrandeten, zu nisten. Sie waren aufgeregt und ließen den Tag zu Ende gehen mit ihrem Geplauder. Was für ein schönes Geräusch. Ich erinnere mich genau daran. Das gibt es kaum noch, weder in Irland, noch England (wo ich auch 10 Jahre lang lebte) noch in Deutschland.

Das mit der Geistlichen Verbindung ist mir immer noch ein Rätsel, doch ich denke es ist eine Sache das mit einem bestimmten Gefühl zu tun hat, und so lebe auch ich mit oder sogar IN diesem Geheimnis mein Leben und mache weiter. So wie mancher in die Kirche gehen, um mit dem Göttlichen in Kontakt zu treten, fühle ich mich dem Mysteriösen beim Malen nahe.

So wie vielleicht die Mönche im alten Irland es getan haben könnten, indem sie ihre Schriften dekorierten.

Man sich auch vorstellen: Musiknoten, die während dem Singen oder Musizieren auf einem Notenblatt tanzen und unsere Gefühlsschwingung erhöht sich.

 

Where these images come from, I have no idea. All I know is that paint them, I must. Sometimes they are a sort of catharsis when I paint them. They are happy and bright and colourful, Sometimes, whilst painting them, I re-live some aspect of my life or other. They say that when you get older, your long term memory returns, perhaps that is what it is. But then sometimes they are of the now. Then of course, the now passes into the past.

Perhaps I have been influenced by having lived the largest part of my life in mystical, beautiful, melancholic Ireland. It still very much calls to me. And though I am of German culture, genes and descent, my first language has become English. That English of Ireland, where the English language is only a thin veneer layered over the old Irish gaelic language and how people express themselves. And the warmth of welcome that is Ireland, just as it is Swabian. Reluctant, careful, interested and friendly, and also proud. It is an overlap I enjoy, and identify with from both cultures. Sometimes the wit of a Swabian, and the wit of the Irish is very similar. I love that. 

Perhaps my visual elements are in part informed by the very first exhibition I remember visiting. This exhibition was ‘The Book of Durrow’ and ‘The Book of Kells’, in Dublin, 1981. It certainly left deep pictures within me. Those of Gold and Silver, and Bronze and precious stones. Pagan, and yet Christian, and also archetypal. Any religion. Celebrating, revering and giving one’s life in dedication to the spiritual. Yet all of that was then as it is now, very much the human realm. For what are we, but humans. Humans looking to ‚a‘ or ‚the‘ divine connection, in whatever shape or form we believe in, or want to, or are actually connected. And perhaps, because we human, we seek that connection. Perhaps as any other being, like if we were an animal, we may not have that need to. Maybe, as an animal we’d never have to question. Perhaps as animal, we would just understand and be connected. Wouldn’t that be so very simple. Maybe then we’d understand the bounty with which we live, maybe then we’d understand the beauty around us, maybe then we wouldn’t have to struggle for peace and understanding. Because we would be all of that already.

The animals that I portray are also a very necessary part to me, because I was actively encouraged and involved in my grandfather’s Falconry, in Clonmel and Robertstown in the 60’s and 70’s. I was already carrying and feeding my own kestrel at a very young age. I learnt to watch and study wild animals, in captivity, whilst they sat on my arm from the very young age of 3. I remember the rooks flying in to nest in the trees in the evenings, both excited, chatting and letting the day end. What a beautiful noise. And I remember it.

That of connection, is a mystery to me, and yet within that mystery I too live my life and carry on.  As some go to church to be in touch with the Divine, I feel close to it when I paint. Like the monks of ancient Ireland might have been, by decorating their scriptures.

Or just as musical notes, that dance on a music sheet and we lift our emotional resonance and state of being up or higher.

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2020